So, jetzt wird es endlich mal Zeit, mehr über meine Jobs zu
berichten. Mittlerweile habe ich drei Jobs, die sich auf fünf Wochentage
verteilen. Montags und dienstags bin ich in der Förderschule, die in
unmittelbarer Nähe von uns ist. Die Förderschule hat ihren „Hauptsitz“ am
anderen Ende der Stadt und beherbergt dort 5 Klassen. Des Weiteren gibt es drei
weitere Schulen (zwei Grundschulen und eine Mittelschule), die jeweils eine
sogenannte „Satellite Class“ hat.
Ich bin nun seit gut 3 Wochen an der Owhata Primary School
und helfe dort, wo ich gebraucht werde. In der Klasse sind momentan 13
Schülerinnen und Schüler, hauptsächlich aus dem Förderbereich geistige
Entwicklung und emotionale soziale Entwicklung (genau die Kombi, die ich an der
Uni studiere). Unterrichtet wird diese Klasse von zwei Lehrerinnen und vier
Teacher Aids, was sich nach viel anhört, in dieser Klasse aber nicht
ausreichend ist. Da die Kinder alle unterschiedlich alt sind und damit auf
unterschiedlichen Lernlevels sind, wird nicht im Klassenverband unterrichtet,
sondern in Einzelbetreuung oder in Gruppen von maximal drei Kindern. Die Kinder
lerne ich so langsam aber sicher besser kennen und ich bekomme eine
Vorstellung, wie es später sein wird, in einer solchen Klasse zu unterrichten.
Die Lehrkräfte und Teacher Aids sind auch alle sehr nett und mit einer von
ihnen habe ich mich auch schon etwas mehr angefreundet. Sie heißt Jenny, ist 22
Jahre alt und kommt aus Holland. Sie hat ihr Studium bereits abgeschlossen und
arbeitet jetzt hier als Teacher Aid in der Klasse. Ich habe diese Woche eine
Anzeige in der Zeitung gelesen, dass die Schule ab nächsten Jahr neue Teacher
Aids sucht und ich werde mich für einen dieser Jobs bewerben. Somit könnte ich
dort Vollzeit arbeiten und gleichzeitig gut Geld verdienen. Somit müsste ich
nicht mehr im Café arbeiten und könnte mir aber trotzdem noch ein WG Zimmer
leisten. Mal gucken, wie das ganze ausgeht. ;)
Der zweite Arbeitsplatz ist immer noch St Chads. Dort fühle
ich mich auch richtig wohl und ich bin überrascht, wie gerne ich doch mit
Erwachsenen arbeite. Bis jetzt hatte ich in diesem Bereich hauptsächlich mit
Kindern zu tun und dachte, dass die Arbeit mit Erwachsenen nichts für mich
wäre, aber ich wurde eines Besseren gelehrt. Dort bin ich hauptsächlich immer
noch im Kunstraum mit Donna und die Arbeit mit ihr macht echt Spaß. Nebenbei
lernen wir alle noch die Gebärdensprache von James, einem Angestellten der
taubstumm ist. Ich werde hoffentlich nächste Woche mal die Gelegenheit haben,
ein paar Fotos zu machen, dann könnt ihr meinen Arbeitsplatz mal begutachten.
Mein dritter Job ist im Café, in dem auch Henny arbeitet. Am
Anfang habe ich mich echt auf die Arbeit dort gefreut, da ich die letzten zwei
Jahre echt sehr gerne in der Eisträumerei gearbeitet habe. Leider stellt sich
der Job mehr und mehr als unzufrieden stellend für mich raus und ich habe nicht
mehr so richtig große Freude bei der Arbeit. Die Kommunikation funktioniert
leider nicht gut, die Chefs sind komisch, die Art wie der Kaffee zubereitet
wird ist mir fremd (nicht so wie ich es im Café bei Conny gelernt habe) und die
Hygiene lässt echt zu wünschen übrig. Ich werde da sehr wahrscheinlich nur noch
vier Wochen bleiben, sprich bis Weihnachten.
An Weihnachten werde ich dann auf der Farm mit den anderen
sein und so wie es momentan aussieht, wird Mandy (eine deutsche Freundin von
mir hier) auch für ein paar Tage vorbeischauen. Sie wohnt momentan in einer WG
und möchte Weihnachten nicht alleine verbringen, daher habe ich sie dann spontan
auf die Farm eingeladen. Da wir dort sowieso mehr Leute als verfügbare Betten
sein werden, werden einige im Zelt schlafen. Da kommt es dann auf eine Person
mehr oder weniger im Zelt nicht an. ;) Für Sylvester ist noch nicht viel
geplant, im Moment sieht es danach aus, dass ich auf der Farm sein werde.
Vielleicht fahre ich aber mit Mandy noch spontan irgendwo hin. Nach Sylvester
geht es dann gleich südlich Richtung Wellington, von wo ich dann die Fähre nach
Picton nehmen werde. Von dort aus werde ich dann meine fünf Wochen Rundreise
von rund 3800km starten. Ich habe mal auf einer Karte eingezeichnet, wo ich
überall Halt machen werde. Dies wird dann die erste große Reise für mich sein,
auf der ich alleine unterwegs bin. Natürlich lernt man immer Leute im Hostel
kennen, aber geplant ist der Trip für mich alleine. Ich bin schon sehr
gespannt, wie es ohne dauerhaften Begleiter sein wird – sicherlich eine sehr
gute Erfahrung!
Vor zwei Wochen war ich dann alleine auf der Farm bei
Michele und Shaun und habe Pipi mitgenommen. An diesem Wochenende habe ich viel
hinsichtlich des Melkens gelernt. Zeit dafür war ja genug, jeden Tag zweimal
melken. Ja ihr habt richtig gehört, ich bin tatsächlich an meinem Wochenende an
beiden Tagen um halb fünf aufgestanden und habe mitgeholfen! ;) Am Samstagabend
sind wir dann mit zwei Freunden von den beiden nach Papamoa Beach gefahren, um
dort zu fischen und am Strand zu Abend zu essen.
![]() |
| Papamoa Beach |
Letztes Wochenende waren dann Henny, Keith und ich wieder
auf der Farm. Diesmal allerdings waren wir drei alleine verantwortlich, da
Michele und Shaun übers Wochenende nach Wellington geflogen sind. Dadurch hieß
es wieder früh aufstehen, was dieses Mal echt nicht einfach war, da ich eine
Grippe hatte… Da ich mich dann am Wochenende nicht wirklich auskuriert habe,
lag ich dann die nächsten drei Tage erstmal flach…
Hier unten seht ihr mal die Karte von meiner Reise und
darunter die Stopps (einfach aufs Bild klicken, dann wird es größer).
1 Picton – 2 Marahau – 3 Collingwood – 3/4 Punakaiki – 4
Arthur’s Pass – 5 Akaroa – 6 Oamaru
– 7 Caitlins – 8 Manapouri/Doubtful Sound – 9 Queenstown – 10 Wanaka – 11 Mount
Cook – 12 Lake Tekapo – 13 Christchurch – 14 Kaikoura
Heute war ich dann mit Mandy und einer anderen Deutschen am
Green Lake wandern. Der Green Lake ist nur gute 10 Minuten von Rotorua entfernt
und liegt direkt hinter dem Blue Lake. Am Blue Lake war ich schon öfters mit
Pipi (dem Hund) spazieren, denn dort führt ein 5,5 km langer Weg einmal rund um
den See. Heute haben wir aber einen Weg zum Green Lake ausprobiert und sind hin
und zurück 11km gelaufen und haben auf halben Weg wunderschön auf einem Steg
unser Picknick ausgebreitet. Als wir wieder zurück waren, haben wir noch
spontan entschieden den Blue Lake Walk dranzuhängen, dementsprechend haben wir
stolze 15km zurückgelegt. :D
Das waren erstmal wieder die wichtigsten Neuigkeiten vom
anderen Ende der Welt!
Bis dahin, fühlt euch gedrückt!
Jana


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