Hallo ihr Lieben,
jetzt hab ich es endlich mal geschafft, einen Blogeintrag über die letzten Monate in Napier zu schreiben. Viel ist passiert und es gibt einiges zu berichten.
Mitte Februar habe ich in Rotorua meine Zelte abgebrochen und bin nach Napier an die Ostküste gezogen, um dort als Teacher Aide an der Hohepa Specialist School anzufangen. Dort wurde ich in die „Tawa“ Klasse eingeteilt und arbeite dort zusammen mit einer weiteren Teacher Aide und einer Lehrerin. In der Klasse hatten wir zu Beginn vier Kinder, die alle sehr sehr unterschiedlich sind. Ich „teile“ mir hauptsächlich einen Schüler mit Julieanne (Teacher Aide), da er einen sehr hohen Förderbedarf hat und er die ganze Zeit eins zu eins betreut wird.
Die Hälfte meines Tages verbringe ich also mit ihm und die andere Hälfte bin ich in der Klasse mit den anderen Schülern. Die Schule beginnt jeden Tag um neun und endet um drei Uhr. Insgesamt sind vierzig Kinder an der Schule und fast genauso viele Teacher Aides und Lehrer. Die Schule hat sechs Klassen, die mehr oder weniger nach Alter aufgeteilt sind. Ich bin in der „ältesten“ Klasse der Lower School. In den Klassen sind immer vier bis sieben Kinder und manchmal auch die gleiche Anzahl an Mitarbeitern. Das Team ist sehr international und kommt aus elf Nationen (die meisten sind aus Deutschland)! Die Schule ist echt sehr gut ausgestattet und bietet den Kindern eine schöne Lernumgebung und ein gutes Förderprogramm mit eigenen Therapeuten der Schule. Des Weiteren arbeitet die Schule nach den Prinzipien von Rudolf Steiner, allerdings habe ich abgesehen von der Eurythmie-Therapie nicht wirklich viele andere Arbeitsprinzipien gefunden, die auf eine Waldorfpädagogik schließen… Nichts desto trotz ist es eine sehr schöne Schule!
Allerdings musste ich nach ein paar Wochen feststellen, dass ich nicht die beste Lehrerin/Mentorin abbekommen habe und bin in letzter Zeit ziemlich frustriert über die Klassensituation… Leider lerne ich nicht wirklich was über guten Unterricht bzw. gute Unterrichtsplanung von meiner Klassenlehrerin und mein Lerneffekt aus Uni-Sicht bleibt daher eher aus. :( Insgesamt habe ich jetzt noch vier Wochen an der Schule, bevor ich die letzten beiden Wochen vor meinem Rückflug bei meiner Gastfamilie und meinem Onkel Hans verbringe. Mein Rückflug ist jetzt am 17.7, allerdings besuche ich noch eine Freundin aus Leipzig in Melbourne für ein paar Tage, bevor ich dann am 23.7 wieder in Frankfurt lande.
Wohnen tue ich hier mit 15 weiteren Freiwilligen in einem riesigen Haus. Klingt erstmal aufregend und luxuriös, ist allerdings nicht so prickelnd wie es klingt. Leider ist unser Haupthaus und unser Küchen/Essbereich-Haus ziemlich vernachlässigt worden in den letzten Jahren und es ist alles sehr abgenutzt und dreckig (was daran liegt, dass so gut wie keiner den Putzplan einhält…). Jeder hat hier sein eigenes Zimmer, Bäder und Küche wird geteilt. Wir wohnen also mit auf dem Hohepa Gelände, wo sich neben unseren Häusern und der Schule auch noch die Häuser der Kinder befinden (Internatsschule). Insgesamt ist es ein riesiges Gelände auf einem Hügel mit Meerblick ca. 10 Autominuten von Napier entfernt. Leider gibt es hier nicht wirklich ein öffentliches Verkehrsnetz, daher muss man immer mit dem Auto fahren… Unterkunft und Mittagessen bekommen wir gestellt und es gibt ein kleines Taschengeld von der Schule, was aber nicht ausreicht, um alle Kosten abzudecken (Lebensmittel sind hier vergleichsweise sau teuer).
Lisa (meine Mitbewohnerin aus Leipzig) ist knapp zwei Wochen nach mir in Napier angekommen und arbeitet in einem der Häuser wo die Kinder wohnen. Leider arbeitet sie immer dann, wenn ich frei habe und ihr Wochenende ist dummerweise Dienstag und Mittwoch… Glücklicherweise hat sie eine Woche Urlaub während der Schulferien bekommen und wir konnten ein paar Tage auf der Farm von Michele und Shaun und in Rotorua verbringen. In der Zeit sind wir einmal nach Tauranga gefahren, waren wieder bei den Wairere Wasserfällen (da war ich mit Mandy im Dezember), haben eine Tageswanderung am Lake Tarawera gemacht und uns Rotorua und Hamilton angeguckt. Die restlichen Tage meiner zweiwöchigen Schulferien habe ich auf der Farm verbracht und über Ostern waren auch Henny, Keith und Ryan da. An den Feiertagen sind wir zusammen fischen gegangen (und haben 19!!! Doraden gefangen), waren in Tauranga und in Raglan an der Westküste. Insgesamt echt schöne erholsame Schulferien.
Vor ein paar Wochen war ich dann mit meinem Onkel Hans und seiner Frau Khuan übers Wochenende auf dem Whanganui River Kajak fahren. Insgesamt ist die Strecke für fünf Tage ausgerichtet, allerdings sind wir nur die ersten zwei Tage gepaddelt und haben die Nacht auf dem Campingplatz verbracht. Da es Ende der Saison war, haben wir zum Glück keine anderen Paddler gesehen und hatten den Fluss für uns alleine.
Vor ein paar Wochenenden war ich mit Lisa am Lake Waikareiti für zwei Tage wandern. Der See ist ca. 180km nördlich von Napier in einem Nationalpark auf knapp 1000m. Wir sind ganz früh am Samstagmorgen von hier aus losgefahren und am ersten Tag ca. 4,5 h gelaufen. Übernachtet haben wir in einer sehr einfachen, aber schönen Hütte am See. Am nächsten Tag ging es dann über einen 6h Weg zurück zum Auto und am Abend zurück nach Napier. Insgesamt eine wunderschöne Wanderung durch einen zauberhaften Farnwald, allerdings war es mit unter 10 Grad am Tag arschkalt und wir haben echt gefroren.
Letztes Wochenende war „Gypsy-Day“ in Neuseeland – der Tag bzw. das erste Wochenende im Juni an dem alle Farmer auf eine neue Farm ziehen. Michele und Shaun haben die letzten drei Saisons auf der Farm in Matamata verbracht und sind jetzt in die Nähe von New Plymouth auf eine größere Farm gezogen. An diesem Tag sind dementsprechend einige Leute auf den Straßen unterwegs und man sollte sich dieses Wochenende nicht für seinen privaten Umzug aussuchen, da so gut wie alle Umzugswagen ausgebucht sind. Ich bin also am Freitag mit dem Bus nach Matamata gefahren, am Samstagmorgen war dann der große Umzug (ein Laster und zwei Trucks mit Anhänger!) und Montagmittag (Feiertag – ein Hoch auf die Queen!) bin ich dann mit dem Bus zurück nach Napier gefahren.
So, das wars erst mal wieder von mir - fühlt euch gedrückt!
Jana
Die Hälfte meines Tages verbringe ich also mit ihm und die andere Hälfte bin ich in der Klasse mit den anderen Schülern. Die Schule beginnt jeden Tag um neun und endet um drei Uhr. Insgesamt sind vierzig Kinder an der Schule und fast genauso viele Teacher Aides und Lehrer. Die Schule hat sechs Klassen, die mehr oder weniger nach Alter aufgeteilt sind. Ich bin in der „ältesten“ Klasse der Lower School. In den Klassen sind immer vier bis sieben Kinder und manchmal auch die gleiche Anzahl an Mitarbeitern. Das Team ist sehr international und kommt aus elf Nationen (die meisten sind aus Deutschland)! Die Schule ist echt sehr gut ausgestattet und bietet den Kindern eine schöne Lernumgebung und ein gutes Förderprogramm mit eigenen Therapeuten der Schule. Des Weiteren arbeitet die Schule nach den Prinzipien von Rudolf Steiner, allerdings habe ich abgesehen von der Eurythmie-Therapie nicht wirklich viele andere Arbeitsprinzipien gefunden, die auf eine Waldorfpädagogik schließen… Nichts desto trotz ist es eine sehr schöne Schule!
Allerdings musste ich nach ein paar Wochen feststellen, dass ich nicht die beste Lehrerin/Mentorin abbekommen habe und bin in letzter Zeit ziemlich frustriert über die Klassensituation… Leider lerne ich nicht wirklich was über guten Unterricht bzw. gute Unterrichtsplanung von meiner Klassenlehrerin und mein Lerneffekt aus Uni-Sicht bleibt daher eher aus. :( Insgesamt habe ich jetzt noch vier Wochen an der Schule, bevor ich die letzten beiden Wochen vor meinem Rückflug bei meiner Gastfamilie und meinem Onkel Hans verbringe. Mein Rückflug ist jetzt am 17.7, allerdings besuche ich noch eine Freundin aus Leipzig in Melbourne für ein paar Tage, bevor ich dann am 23.7 wieder in Frankfurt lande.
Wohnen tue ich hier mit 15 weiteren Freiwilligen in einem riesigen Haus. Klingt erstmal aufregend und luxuriös, ist allerdings nicht so prickelnd wie es klingt. Leider ist unser Haupthaus und unser Küchen/Essbereich-Haus ziemlich vernachlässigt worden in den letzten Jahren und es ist alles sehr abgenutzt und dreckig (was daran liegt, dass so gut wie keiner den Putzplan einhält…). Jeder hat hier sein eigenes Zimmer, Bäder und Küche wird geteilt. Wir wohnen also mit auf dem Hohepa Gelände, wo sich neben unseren Häusern und der Schule auch noch die Häuser der Kinder befinden (Internatsschule). Insgesamt ist es ein riesiges Gelände auf einem Hügel mit Meerblick ca. 10 Autominuten von Napier entfernt. Leider gibt es hier nicht wirklich ein öffentliches Verkehrsnetz, daher muss man immer mit dem Auto fahren… Unterkunft und Mittagessen bekommen wir gestellt und es gibt ein kleines Taschengeld von der Schule, was aber nicht ausreicht, um alle Kosten abzudecken (Lebensmittel sind hier vergleichsweise sau teuer).
Lisa (meine Mitbewohnerin aus Leipzig) ist knapp zwei Wochen nach mir in Napier angekommen und arbeitet in einem der Häuser wo die Kinder wohnen. Leider arbeitet sie immer dann, wenn ich frei habe und ihr Wochenende ist dummerweise Dienstag und Mittwoch… Glücklicherweise hat sie eine Woche Urlaub während der Schulferien bekommen und wir konnten ein paar Tage auf der Farm von Michele und Shaun und in Rotorua verbringen. In der Zeit sind wir einmal nach Tauranga gefahren, waren wieder bei den Wairere Wasserfällen (da war ich mit Mandy im Dezember), haben eine Tageswanderung am Lake Tarawera gemacht und uns Rotorua und Hamilton angeguckt. Die restlichen Tage meiner zweiwöchigen Schulferien habe ich auf der Farm verbracht und über Ostern waren auch Henny, Keith und Ryan da. An den Feiertagen sind wir zusammen fischen gegangen (und haben 19!!! Doraden gefangen), waren in Tauranga und in Raglan an der Westküste. Insgesamt echt schöne erholsame Schulferien.
Vor ein paar Wochen war ich dann mit meinem Onkel Hans und seiner Frau Khuan übers Wochenende auf dem Whanganui River Kajak fahren. Insgesamt ist die Strecke für fünf Tage ausgerichtet, allerdings sind wir nur die ersten zwei Tage gepaddelt und haben die Nacht auf dem Campingplatz verbracht. Da es Ende der Saison war, haben wir zum Glück keine anderen Paddler gesehen und hatten den Fluss für uns alleine.
Vor ein paar Wochenenden war ich mit Lisa am Lake Waikareiti für zwei Tage wandern. Der See ist ca. 180km nördlich von Napier in einem Nationalpark auf knapp 1000m. Wir sind ganz früh am Samstagmorgen von hier aus losgefahren und am ersten Tag ca. 4,5 h gelaufen. Übernachtet haben wir in einer sehr einfachen, aber schönen Hütte am See. Am nächsten Tag ging es dann über einen 6h Weg zurück zum Auto und am Abend zurück nach Napier. Insgesamt eine wunderschöne Wanderung durch einen zauberhaften Farnwald, allerdings war es mit unter 10 Grad am Tag arschkalt und wir haben echt gefroren.
Letztes Wochenende war „Gypsy-Day“ in Neuseeland – der Tag bzw. das erste Wochenende im Juni an dem alle Farmer auf eine neue Farm ziehen. Michele und Shaun haben die letzten drei Saisons auf der Farm in Matamata verbracht und sind jetzt in die Nähe von New Plymouth auf eine größere Farm gezogen. An diesem Tag sind dementsprechend einige Leute auf den Straßen unterwegs und man sollte sich dieses Wochenende nicht für seinen privaten Umzug aussuchen, da so gut wie alle Umzugswagen ausgebucht sind. Ich bin also am Freitag mit dem Bus nach Matamata gefahren, am Samstagmorgen war dann der große Umzug (ein Laster und zwei Trucks mit Anhänger!) und Montagmittag (Feiertag – ein Hoch auf die Queen!) bin ich dann mit dem Bus zurück nach Napier gefahren.
So, das wars erst mal wieder von mir - fühlt euch gedrückt!
Jana

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